Stand, Boden, Wasser, mentales Training
Stand, Boden, Wasser, mentales Training
Kampfkunst komplett an Himmelfahrt
In den vergangenen Jahren hat sich der ShoShin-Himmelfahrtslehrgang als echte Größe im deutschen Kampfkunstkalender etabliert: Im Norden Deutschlands, zunächst auf Sylt, jetzt in Bad Oldesloe treffen sich Kampfkünstler vieler Richtungen zu viel Training und noch mehr Spaß.
Traditionell mit dabei: Viele Karateka, auch aus NRW. Die Abordnung aus Aachen war auch in diesem Jahr die zahlenmäßig stärkste Gruppe und sorgte für ausgezeichnete Stimmung beim Lehrgang, wenn auch nicht unbedingt bei den anderen Gästen in der Jugendherberge.
(Ein Rückblick aus Aachener Sicht kann hier heruntergeladen werden: BadOldesloeAusAachenerSicht.pdf. Wer den Text für eine leicht versponnene Textwüste hält, dem sei auf den Weg mitgegeben: Der Autor ist Student. ;) Es ist dennoch unterhaltsam!)
"Wir sind nicht hier, um Spaß zu haben!"
Schon zur Begrüßung mahnte ShoShin-Gründer Heero Miketta zu Ernsthaftigkeit und preußischer Disziplin im norddeutschen Bad Oldesloe. Die lachenden Gesichter, die Trainingsfreude, das fröhliche Schwitzen auf den Fotos des vorausgegangenen Jahres wolle er nicht noch einmal sehen.
Erfolglos. Für das ausrichtende Dojo Wakayama e.V. versprach Jörg Heyer sofort Grillabend, Diskotour und seine eigene Geburtstagsparty am Abschlussabend des dreitägigen Lehrgangs. Wer sollte dabei ernst und spaßfrei bleiben?
Gute Laune im Training und drumrum
Ergebnis: Jede Menge gute Laune, sowohl im Training (sechs Stunden am Tag bei sechs verschiedenen ShoShin-Dozenten) als auch drumrum.
Mit Ju Jutsu-Bundeskadermitglied Ira Treske und Allround-Kampfkünstler Dennis Paul gaben zwei ShoShin-Dozenten ihr Debüt, die vorher noch nicht beim Himmelfahrtslehrgang dabei gewesen waren. Ira gab wichtige Impulse zum Mentalen Training und setzte diese in praktisches Judo um. Dennis unterrichtete intelligente kämpferische Ansätze vom Stand zum Boden, von Kung Fu bis Grappling.
Urgestein des Lehrgangs: Sascha Uvira, hochkarätiger Vertreter des Bujinkan Ninjutsu im ShoShin-Projekt. Schwert, Stock, Messer, waffenloser Kampf standen auf seinem gewohnt kreativen Programm. Detlef Kröschel, ehemals Personenschutzausbilder des BKA, arbeitete mit Tonfa und Messer, widmete aber eine exklusive Einheit dem Kämpfen ohne Sicht - eine Spezialität, die auch erfahrenen Kampfkünstlern Schweiß auf die Stirn treibt.
Für den Shotokan-Anteil sorgten Carsten Gilberg und Heero Miketta - beide näherten sich der Shotokan-Kata aus unterschiedlichen Richtungen, wenn auch immer auf den Kampf fokussiert. Heero ergänzte diese Themen um Drillformen und Einblicke ins Kakie - Carsten schloss den Lehrgang mit einer umfassenden Einheit, die vom klassischen Shotokan in die realistische Selbstverteidigung überleitete.
Endpunkt des Lehrgangs war - wie in jedem Jahr - eine Einheit “Kämpfen im Wasser”, schweißtreibend und mit hohem Stresslevel, auch wenn die beiden Trainer Heero und Detlef wohl in diesem Jahr etwas zu vorsichtig mit den Teilnehmern waren. “Letztes Jahr war schlimmer”, lautete die einmütige Aussage.
Von der Organisation des Lehrgangs ließ sich das nicht behaupten: Tapfer hielt selbst Wakayama-Dojoleiter Toni Jerbov trotz Krankheit den ganzen Lehrgang durch, wenn auch nicht im Training, sondern nur auf der organisatorischen Seite. Das wird im nächsten Jahr wieder besser werden - wir freuen uns schon darauf.